Die Anamnese ist der erste und sehr wichtige Schritt in der tierärztlichen Diagnostik – sowohl in der Praxis als auch in der Online-Tiermedizin. Sie beschreibt die systematische Erfassung der Krankengeschichte eines Tieres durch gezielte Fragen an den Tierhalter. Dabei geht es um aktuelle Symptome, Verhaltensveränderungen, Fressverhalten, frühere Erkrankungen, Impfstatus, Haltung, Ernährung und bekannte Vorerkrankungen. In der Online-Beratung ist die Anamnese besonders zentral, da keine direkte Untersuchung erfolgen kann. Ein strukturierter Fragenkatalog hilft dem Tierarzt, ein möglichst genaues Bild vom Zustand des Tieres zu gewinnen. Die Qualität der Anamnese hängt dabei auch stark von der Beobachtungsgabe und der Detailgenauigkeit des Tierhalters ab. Eine gute Anamnese kann bereits Hinweise auf die Ursache der Beschwerden liefern und gezielte weitere Schritte ermöglichen – etwa Labortests, eine Untersuchung vor Ort oder eine therapeutische Empfehlung. Sie bildet die Grundlage für eine fundierte tiermedizinische Entscheidung. Die Anamnese ist nicht nur ein diagnostisches Werkzeug, sondern auch ein wichtiges Instrument zur Vertrauensbildung zwischen Tierarzt und Tierhalter, da sie zeigt, dass jedes Tier individuell betrachtet wird.