Domestizierung bezeichnet den Prozess, in dem wilde Tierarten über viele Generationen hinweg durch menschliche Zucht und Haltung an ein Leben mit Menschen angepasst wurden. Dies betrifft sowohl physiologische Veränderungen, etwa in Aussehen und Verhalten, als auch eine veränderte Genetik, die das Überleben in menschlichen Umgebungen ermöglicht. Domestizierte Tiere, wie Hunde, Katzen, Pferde oder Nutztiere, zeigen oft ein ruhigeres Wesen und sind sozial stärker auf Menschen bezogen als ihre wilden Vorfahren. Die Domestizierung hat die Entwicklung von Kultur und Landwirtschaft maßgeblich beeinflusst, indem Tiere als Arbeitspartner, Nahrungslieferanten oder Begleiter dienten. Gleichzeitig bringt die Domestizierung Verantwortung für artgerechte Haltung und Tierschutz mit sich. Durch Zuchtwahl können unerwünschte gesundheitliche Probleme entstehen, weshalb moderne Zuchtkonzepte auch ethische Aspekte berücksichtigen müssen. Der Domestikationsprozess ist komplex und dauert oft Jahrtausende, wobei nicht alle gehaltenen Tiere vollständig domestiziert sind. Die Wissenschaft erforscht weiterhin genetische und ethologische Aspekte, um das Verständnis für diese Anpassungen zu vertiefen.